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Spät eingeholter Pokalsieg der Tollwut Herren gegen Bonn II

In der zweiten Pokalrunde von Floorball Deutschland mussten die Herren des TSV Tollwut Ebersgöns in Bonn gegen die Dragons II antreten. Vor allem im ersten Drittel lief bei den Tollwütigen gegen das Regionalliga-Team aus NRW so gut wie gar nichts zusammen und von einem Klassenunterschied war nichts zu bemerken. Im zweiten und dritten Spielabschnitt zeigte sich der TSV nicht unbedingt verbessert, wohl aber effektiver, drehte die Begegnung und schaffte es, sich letztlich mit 6:9 (4:0; 1:5; 1:4) abzusetzen. Der Einzug in die dritte Pokalrunde war somit geschafft. In dieser müssen die Hessen Anfang November nach Dresden, wo sie auf die Igels treffen, die wie die Tollwut in der 2. Floorball-Bundesliga heimisch sind.

Nach kurzem Abtasten zwischen den Gästen aus Ebersgöns und dem Regionalligisten aus Bonn zeichnete sich alsbald – zumindest was die Ballbesitzanteile betraf – ein optischer Klassenunterschied ab. Die Ebersgönser kombinierten und drückten die Dragons in ihre Hälfte, doch das war es auch schon. Ungenaues Passspiel, zu lange Wege, ungewohnt vergeigte Dribblings sowie Ungeduld im Abschluss zeichneten die Überlegenheit der Tollwut aus. Lediglich zwei Schüsse fanden im ersten Drittel den Weg aufs Bonner Tor, die die Keeperin der Dragons locker wegfischte. Bonn hingegen stand meist tief gestaffelt in der Defensive und lauerte auf Konter. Verwunderlicher Weise sorgte der TSV immer wieder selbst dafür, dass die Dragons Nadelstiche setzen konnten, wobei die Abwehr der Tollwütigen in diesen Phasen nicht den besten Eindruck vermittelte, da sie sich meist selbst zu weit mit in den Angriff einschaltete und Mühe hatte rechtzeitig zurückzukommen bzw. anschließend konzentriert zu agieren. So war es weder verwunderlich noch unverdient, dass der Regionalligist bis zur ersten Pause 4:0 führte.

Nach einer sehr analytischen Ansprache der Spielertrainer Martin und Felix Meyer kam Tollwut Ebersgöns mit mehr Entschlossenheit aus der Kabine. Auch das erste Tor der Tollwütigen, das Marius Herrmann auf Zuspiel von Anton Hautzel quasi mit dem ersten Angriff erzielte, trug dazu bei. Das Spielgeschehen auf dem Feld ähnelte zwar dem des ersten Drittels, nur wurden die Angriffe der Hessen jetzt besser und geduldiger ausgespielt und die Defensive schien nicht mehr löchrig. Es dauerte bis zur Hälfte des Spielabschnitts und die Ebersgönser waren zurück in der Partie: Das 4:2 markierte Noah Kolodziej nach Pass von Theresa Beppler-Alt; Marvin Biedermann erzielte das 4:3, nachdem er von Youngster Adrian Stein angespielt wurde und den Ausgleichstreffer zum 4:4 konnte Theresa Beppler-Alt nach Vorlage von Marius Herrmann für sich behaupten. Leider verblasste mit der Egalisierung des Ergebnisses auch die Effektivität der vorhergegangenen Minuten im Aufbau des TSV. Ein defensiver Totalausfall der Tollwütigen sorgte anschließend per Konter allerdings für das 5:4 für Bonn, wobei diese Führung der Dragons bis zur Pause durch Anton Hautzel nach Anspiel von Marius Herrmann erneut ausgeglichen werden konnte.

Im Abschlussdrittel ließen die Kräfte und die Konzentration der Gastgeber etwas nach, was den Tollwütigen gleichermaßen Vorteile verschaffte. In der vierten Minute ging Ebersgöns endlich zum ersten Mal durch Anton Hautzel mit 5:6 in Führung, die Noah Kolodziej auf Pass von Marius Herrmann nur kurze Zeit später auf 5:7 ausbaute. Anschließend passierte lange Zeit nichts Zählbares mehr auf beiden Seiten. Erst in der 17. Minute nutzte erneut Noah Kolodziej eine Vorlage von Anton Hautzel, um zum 5:8 einzunetzen und die Führung für die Tollwütigen auszubauen. Die Dragons nahmen nun ihre Torfrau zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Platz und setzten sich fortan in der Tollwut-Hälfte fest. Ein Fast-Break auf das leerstehende Tor Bonns durch Luca Rau bedeutete allerdings das 5:9 für die Hessen, wobei die Dragons fünf Sekunden vor Abpfiff der Begegnung für ihr Risiko belohnt wurden und den Schlusspunkt zum 6:9 setzen konnten. 

Gewonnen und eine Runde weiter, so könnte man diesen schwer erkämpften Arbeitssieg von Tollwut Ebersgöns bezeichnen, denn mehr war es letztlich nicht – aber ein Schönheitspreis war sowieso nicht ausgeschrieben. Vor allem durch die hohe Offensivtätigkeit der TSV-Verteidigungsreihen war die Defensive des Dorfvereins (nicht nur für Konter) anfällig. Daran gilt es in den kommenden Wochen zu arbeiten, denn in Runde drei des Pokals von Floorball Deutschland wird mit den Igels Dresden (Tabellenführer der 2. Bundesliga Ost) ein ganz anderes Kaliber auf die Hessen stoßen. Am Wochenende 7./8. November soll diese Begegnung in der Hauptstadt Sachsens stattfinden.

 

Für Tollwut Ebersgöns spielten gegen Bonn: Marvin Biedermann (1 Tor/0 Vorlagen/0 Strafminuten), Theresa Beppler-Alt (1/1/0), Martin Meyer (0/0/0), Marius Herrmann (1/3/0), Sami Brachtel (0/0/0), Laura Zörb (0/0/0), Henry Fischer (0/0/0), Florian Beppler-Alt (0/0/0), Adrian Stein (0/1/0), Luca Rau (1/0/0), Noah Kolodziej (3/0/2), Anton Hautzel (2/2/2) und Klaus Keller im Tor.

 

Zum Bild: 

In der zweiten Pokalrunde von Floorball-Deutschland trafen die Tollwut-Herren auf die zweite Garnitur der Dragons aus Bonn (9:6). Mit von der Partie war der erst 15-jährige Adrian Stein, der in dieser Begegnung sein Debüt auf dem Großfeld bei den Herren aus Ebersgöns gab. Mit dem finalen Pass zum 4:3 Anschlusstreffer gelang es dem U-17-Nationalspieler sich direkt auszuzeichnen. Auch in Zukunft soll der Jugendliche mehr und mehr Spielanteile und -gelegenheiten bekommen, um sich an das hohe Tempo und die Spielhärte im Herrenbereich zu gewöhnen und zu einer festen Größe bei der Tollwut zu reifen.