Floorball-Herren von Tollwut Ebersgöns Deutscher Vizemeister auf dem Kleinfeld

Seit Ende Mai, nachdem die Qualifikation geschafft war, bereiteten sich die Herren von Tollwut Ebersgöns auf die Deutschen Meisterschaften auf dem Kleinfeld vor, denn in ihrer Vorrunden-Gruppe A, in die sie gelost wurden, waren mit Ebersgöns, den Schakalen aus Schkeuditz, den Hannover Mustangs und dem TV Schriesheim gleich drei der letztjährigen Halbfinalisten – also eine „Hammergruppe“, bei der sich lediglich die beiden Erstplatzierten für das Weiterkommen qualifizierten. Mit einem Kader aus 12 Personen – für den fehlenden Felix Meyer rückte Sami Brachtel nach und verletzungsbedingt kam Paul Günther nur als „Notnagel“ mit – reiste das Team nach Dinklage, um sich mit den besten Mannschaften aus ganz Deutschland zu messen.

 

Samstags standen die Vorrundenspiele auf dem Programm, die für die Tollwütigen, wie erwartet, schwere Gegner innehatte. Deshalb, so Kapitän und Trainer Florian Beppler-Alt, musste in der ersten Begegnung gegen den TV Schrießheim ein solides Spiel mit guter Deckungsarbeit und geduldigen Angriffszügen stattfinden, um möglichst mit einem Sieg das Spielfeld zu verlassen, der Selbstvertrauen schaffen sollte.

Die Umsetzung auf dem Feld klappte in der ersten Hälfte der Begegnung sehr gut. Zwar konnte Schriesheim spielerisch mithalten, doch schafften sie es nicht den Ball in die Maschen der Tollwut zu bekommen. Anders die Ebersgönser die ruhig ihr Angriffsspiel aufzogen. So war es nicht verwunderlich, dass die Tollwütigen bis zur Pause mit 6:0 führten.

In der zweiten Hälfte wurde das Angriffsspiel der Ebersgönser intensiviert, um etwas für die Tordifferenz zu tun, die ggf. bei der Entscheidung um einen guten Vorrunden-Tabellenplatz mit entscheiden könnte. Leider wurde hierbei von Seiten der Tollwütigen die Defensive vernachlässigt, so dass die Tollwut zwar acht weitere Treffer für sich beanspruchen konnte, doch auch vier gegen sich verbuchen musste. Mit dem Ergebnis von 14:4 wurde die Partie nach 40 Minuten abgepfiffen. Trotz nicht optimaler 2. Hälfte war dieser Sieg dennoch gelungen, konnten sich doch jeder Feldspieler mindestens einmal als Torschütze eintragen lassen und die beiden Keeper mehrfach durch gute Paraden auszeichnen.

 

Mit den Schakalen aus Schkeuditz wartete in der zweiten Partie der Ebersgönser allerdings einer der Favoriten auf den Titel. Schkeuditz – ein Team, das schnell auf den Beinen war, noch schneller den Ball durch ihre Reihen laufen lassen konnte und sehr körperbetont agierte – verlangte den Tollwütigen alles ab. In Halbzeit eins führten die Schakale meist mit einem Tor, doch die Tollwut konnten jedes Mal zurückschlagen, sodass es zur Pause 4:4 stand.

Nach dem Seitenwechsel war es umgekehrt: Tollwut Ebersgöns führte meist mit einem Tor, doch die Schkeuditzer kamen immer wieder heran. 7:7 hieß es nach regulärer Spielzeit, was für beide Teams schon einen Punkt bedeutete. In der Verlängerung, die lediglich 38 Sekunden andauerte, waren es die Schakale, die sich den Extrapunkt sicherten.

 

In der letzten Vorrundenpartie, gegen die Hannover Mustangs, musste zur Sicherheit auf das Weiterkommen ein Sieg für die Ebersgönser her. In der ersten Periode ging die Spiel-Taktik der Tollwut völlig auf und sie beendeten die Hälfte mit 7:3.

Auch zu Beginn des zweiten Spielabschnitts lief alles wie am Schnürchen, konnte die Tollwütigen das Ergebnis doch auf 9:3 hochschrauben. Nach fünf Minuten allerdings ging bei den Ebersgönsern unerklärlicherweise gar nichts mehr und die Hannoveraner witterten ihre Chance zurückzukommen. Stück für Stück verkürzten die Mustangs die Tordifferenz, nahmen sich eine Auszeit, um umzustellen, während bei der Tollwut jeglicher Faden verloren ging und der Halbfinaleinzug gefährdet war. 9:9 hieß es nach 38 Minuten und zum Glück für die Tollwütigen nahm Hannover aus Sicherheitsgründen nach dem Ausgleich Tempo aus der Begegnung, sodass sich Ebersgöns einen Punkt sichern konnte. Die anschließende Verlängerung war erneut nach 38 Sekunden beendet und wieder zu Gunsten des Gegners.

 

Nach Beendigung aller Begegnungen und langem Bangen war – wie die Tabelle zeigt – am frühen Abend klar: Tollwut Ebersgöns kam mit einem blauen Auge davon und hatte das Halbfinale erreicht.

In der Vorrundengruppe B qualifizierten sich der MFBC Leipzig (1.) und die SSF Dragons Bonn (2.) für das Halbfinale.

 

Am Finaltag, am Sonntag, stand zuerst das Halbfinale zwischen Schkeuditz und Bonn auf dem Spielplan, das die Schakale mit 9:6 für sich entschieden.

Anschließend kämpften der MFBC Leipzig und Tollwut Ebersgöns um das zweite Finalticket.

 

Die Tollwütigen begannen der besprochenen Taktik entsprechend mit schnellen Spielzügen und lagen zeitig mit 2:0 vorn. Doch nach jeglicher Führung schalteten sie auch wieder einen Gang zurück, so dass die Leipziger wieder herankamen. Zur Pause stand es lediglich 4:3 für die Ebersgönser.

Erst in Hälfte zwei hielt sich das Team kontinuierlicher an die vorgegebene Taktik und Leipzig konnte nicht mehr dagegenhalten. Mit 8:4 ging der Sieg letztlich recht deutlich an die Hessen, die somit im Finale standen.

 

Es war für viele Spieler von Tollwut Ebersgöns das erste Finale bei deutschen Meisterschaften und es war ein rührender Moment, als die Teilnehmer auf das Spielfeld gerufen wurden und die Nationalhymne erklang. Spielerisch wollten die Tollwütigen mehr körperliche Präsenz auf dem Feld zeigen, um gegen die Schakale Schkeuditz mitzuhalten und Strafzeiten vermeiden, um Unterzahlspiel zu unterbinden. Ansonsten hatten sie vor, sich so zu präsentieren wie am Vortag in der Vorrunde gegen die Schakale.

Die erste Hälfte des Finals zeigte allerdings, dass die Tollwut all ihre Vorsätze nicht umsetzen konnte. Sie spielten im Aufbau zwar ordentlich mit, scheiterten aber immer wieder an der Abwehr der Schkeuditzer. Die Schakale hingegen zeigten flottes Angriffsspiel und enorme Effektivität. Der Halbzeitstand von 0:5 war aus Sicht der Ebersgönser eine Katastrophe.

 

Auch die zweite Periode war fünf Minuten lang ein Eklat: Schkeuditz erhöhte auf 8:0, während die Tollwütigen immer nervöser und unorientierter agierten. Endlich riss Spielertrainer Florian Beppler-Alt die Reisleine und stellte von drei auf zwei Blöcke um. Mit immenser Wirkung, wie sich herausstellen sollte. Jetzt war es nämlich Ebersgöns, das das Spielgeschehen bestimmte. Zwar dauerte es noch einige Minuten bis sich die neuen Blöcke eingespielt hatten, doch anschließend fielen Tore für die Hessen. 8:3 hieß es nach 29 Minuten, ehe die Schakale ein letztes Mal einnetzten. Bis zur 35 Minute egalisierten sich die beiden Finalteilnehmer, doch im Anschluss gelang es den Ebersgönsern Stück für Stück aufzuholen. Beim Stande von 9:7 und noch 1:10 Minuten auf der Uhr nahmen sich die Sachsen eine Auszeit, um noch einmal Luft zu holen, wurden sie doch jetzt permanent von den Tollwütigen attackiert. Kaum zurück auf dem Feld das 8:9 aus Sicht der Tollwut, doch trotz Moral, Laufarbeit und Kampfgeist sollte es das gewesen sein. Die Schakale Schkeuditz zitterten den Sieg über die Zeit und sicherten sich den Titel, was insgesamt gesehen auch völlig in Ordnung ist. Tollwut Ebersgöns ist somit Deutscher Vizemeister. Zwar gab es nach dem Schlusspfiff erst einmal einige hängende, enttäuschte Gesichter, doch spätestens bei Siegerehrung war die Enttäuschung gewichen.

 

Für Tollwut Ebersgöns spielten:  

Im Tor Alexander Knoop (0 Tore/1 Vorlage/0 Strafminuten) und Klaus Keller

(0/0/0); auf dem Feld Anton Hautzel (6/8/2), Florian Beppler-Alt (4/2/0), Leon

Bink (3/0/0), Lian Rau (8/4/0), Luca Rau (5/7/0), Marius Herrmann (5/5/2),

Martin Meyer (10/4/4), Paul Günther (0/0/0) Sami Brachtel (3/3/0) und

Theresa Beppler-Alt (2/1/2) 

 

Der 15-jährige Tollwut-Spieler Sami Brachtel (helles Trikot) gab eine hervorragende Vorstellung bei den Deutschen Floorballmeisterschaften auf dem Kleinfeld. Der Defensiv-Spieler – hier umringt von drei Spielern des TV Schriesheim – zeigte mit 3 Vorlagen und drei Toren im Turnier, dass er auch Offensivqualitäten besitzt. Nach seinem großartigen Debüt ist er von den Verantwortlichen des Tollwut-Herrenteams in der nächsten Saison auch eingeladen für die 2. Bundesliga auf dem Großfeld mitzutrainieren. 

Vor dem Finale bei den Deutschen Floorballmeisterschaften auf dem Kleinfeld wurde die Nationalhymne gespielt. Für die meisten Spieler von Tollwut Ebersgöns, war es das erste Mal, dass sie diese bei so einem Ereignis mitsingen durften.

Im Finale trafen die Schakale Schkeuditz und Tollwut Ebersgöns aufeinander. Nach zwei sehr unterschiedlichen Hälften des Finales setzten sich die Schakale mit 9:8 durch. Die Spielszene zeigt Anton Hautzel (dunkles Trikot Nr. 98) am Ball. Der Raum, den er zur Verfügung hat ist eng. Seine Mitspieler Lian Rau (Nr.7) und Sami Brachtel (Nr.3) sind nur schwer anspielbar.

Schnell konnten die Spieler von Tollwut Ebersgöns nach dem verlorenen Finale wieder lächeln. Nach der Siegerehrung präsentierten sie sich den mitgereisten Fans für ein Teamfoto.

Stehend (v. l. n. r.):   Leon Bink, Klaus Keller, Lian Rau, Martin Meyer, Paul Günther, Luca Rau, Alexander Knoop

Vordere Reihe:          Florian Beppler-Alt, Theresa Beppler-Alt, Marius Herrmann, Anton Hautzel und Sami Brachtel

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