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Tollwut-Herren nach großem Drama im Pokal ausgeschieden

 

(JG) Die Floorballer des TSV Tollwut Ebersgöns haben in der 2. Runde des Pokals eine bittere Niederlage gegen den SC DHfK Leipzig hinnehmen müssen. Das Duell der beiden Zweitligisten endete 7:10. 

 

Dass Leipzig als Top-Team der 2. Liga Ost ein ernstzunehmender Gegner werden würde, war in Ebersgöns allen klar. Aber dass sie im ersten Drittel dermaßen überrollt werden würden, hätte wohl keiner gedacht. Nach den ersten 20 Minuten stand es aus Tollwut-Sicht 0:5. Stürmer Adrian Stein nimmt kein Blatt vor den Mund: „Wir wurden komplett an die Wand gespielt. Wir hatten keine Lösungen gegen das Pressing der Leipziger, sie waren uns läuferisch überlegen.“ Ebersgöns sei kaum in die Zweikämpfe gekommen, vorne habe es an echten Torchancen gemangelt.  

 

Als die Tollwut dann direkt zu Beginn des zweiten Drittels das 0:6 kassierte, sah es nach einem düsteren Pokalnachmittag aus. Umso erstaunlicher, wie sich die Partie anschließend entwickelte. Ebersgöns stellte taktisch um und kam in der 4. Minute des Mittelabschnitts zum ersten Treffer. Anton Hautzel legte vor, Adrian Stein vollendete zum 1:6. Wenig später spielte der TSV zwar in Unterzahl, aber Marius Herrmann konnte sich nach Vorarbeit von Sami Brachtel durchsetzen und auf 2:6 verkürzen. Herrmann zeigte insgesamt ein bärenstarkes Spiel und legte Mitte des zweiten Drittels nach: In Überzahl traf er zum 3:6. 

 

Mitten in diese Aufholjagd platzten dann zwei schnelle Treffer der Leipziger, die somit vor dem Schlussabschnitt auf 8:3 stellten. Der begann für Ebersgöns ungünstig: Anton Hautzel kassierte eine 2+2-Minuten-Strafe. In der darauffolgenden Unterzahl traf Adrian Stein zum 4:8. Vier Minuten vor Schluss fand Ebersgöns dann noch einmal das offensive Gaspedal: Marius Herrmann stellte mit seinem dritten Treffer auf 5:8, die Vorlage kam von Leon Bink. 20 Sekunden später verkürzte Anton Hautzel auf 6:8, und gut eine Minute vor Spielende kam die Tollwut durch einen Treffer von Martin Meyer auf 7:8 heran. „Es war mit Abstand unser bestes Drittel. Wir waren die spielbestimmende Mannschaft und haben Leipzig einen ordentlichen Kampf geliefert“, sagt Adrian Stein zu der beeindruckenden Aufholjagd. 

 

In der letzten Spielminute bekam Leipzig dann allerdings einen Strafschuss zugesprochen, das 7:9 war die Entscheidung. Kurz vor Schluss kassierten frustrierte Ebersgönser dann noch das 7:10 – der Endstand. Adrian Stein zieht folgendes Fazit: „Nach einem 0:6-Rückstand auf 7:8 heranzukommen zeugt von großen Comebackqualitäten. Dennoch haben wir den Sieg durch das katastrophale erste Drittel aus der Hand gegeben.“ 

 

Die Tollwütigen haben nun einige Wochen Zeit, um dieses erste Drittel zu analysieren und aus dem Pokal-Aus zu lernen. Erst am 28. Oktober geht es in der Liga weiter, wenn der TSV zuhause auf die Frankfurt Falcons trifft. Nach zwei Siegen an den ersten beiden Spieltagen will Ebersgöns in der 2. Liga Süd/West die Tabellenführung verteidigen und den Kurs Richtung Playoffs einschlagen – wo dann eventuell auch ein Wiedersehen mit dem SC DHfK warten könnte. 

 

Für Ebersgöns spielten: Felix Meyer (0 Tore/0 Vorlagen/0 Strafminuten), Manuel Helmer (0/0/2), Lian Rau (0/0/0), Leon Bink (0/1/0), Martin Meyer (1/0/2), Lasse Kröll (0/0/0), Marius Herrmann (3/1/0), Sami Brachtel (0/1/0), Florian Beppler-Alt (0/0/0), Adrian Stein (2/0/2), (T) Alexander Knoop, (T) Finn Rau, Noah Kolodziej (0/1/0), Anton Hautzel (1/1/4)