Die Floorballer des TSV Tollwut Ebersgöns haben in der 2. Bundesliga Nord/West ein dramatisches Spiel gegen die Dümptener Füchse mit 7:5 für sich entscheiden können. Damit springen sie in dieser Saison erstmals auf einen Playoff-Platz.
Es war ein erstes Drittel zum Vergessen. Die Ebersgönser fanden in Mühlheim an der Ruhr überhaupt nicht in ihr Spiel, Fehlpässe und Ballverluste luden die Gastgeber zum Toreschießen ein. Das 0:1 nach fünf Minuten konnte Jonas Linke nach Vorlage von Claudius Götz zwar noch sehenswert ausgleichen, aber die Dümptener Füchse schlugen drei weitere Male zu. Mit einem verdienten 1:4-Rückstand ging es in die erste Pause.
Spielertrainer Anton Hautzel fand nach dem Spiel deutliche Worte für die ersten zwanzig Minuten: „Die Energie hat komplett gefehlt. Man hat gemerkt, dass wir über Fasching nicht in der Mehrzweckhalle Pohl-/Kirchgöns trainieren konnten.“ Dabei war der TSV personell eigentlich bestens aufgestellt, was aber laut Hautzel dazu führte, dass sich zu sehr auf die Mitspieler verlassen wurde.
Nach einer deutlichen Kabinenansprache steigerte sich die Tollwut im zweiten Spielabschnitt deutlich. Plötzlich war mehr Intensität in den Zweikämpfen da, genau wie die zuvor oft fehlende Cleverness im Angriff. Allerdings nutzte Ebersgöns keine der vielen Chancen, weshalb es vor dem Schlussdrittel beim 1:4-Rückstand blieb.
In jenem legte der TSV noch einmal einen Zahn zu und belohnte sich endlich für den Aufwand. In der vierten Minute des Drittels verkürzte Anton Hautzel nach Assist von Lasse Kröll auf 2:4. Rund zwei Minuten später legte Lian Rau für Marius Herrmann auf, der mit einem starken Traumtor den Anschlusstreffer zum 3:4 erzielte. Zwar traf Dümpten nach einem Konter zum 3:5, aber Ebersgöns hatte eine Antwort parat. Marius Herrmann spielte neun Minuten vor Schluss einen perfekten Querpass, den Anton Hautzel zum 4:5 über die Linie drückte.
Es spielte nur noch die Tollwut. Fünf Minuten vor Schluss kam der erlösende Ausgleich: Lian Rau schickte den Ball mit einem Direktschuss zum 5:5 in den Winkel. Das Momentum war nun endgültig auf der TSV-Seite und die erste Reihe der Ebersgönser war in Spiellaune.
Drei Minuten vor Schluss fand Lian Rau seinen Sturmpartner Anton Hautzel, der Ebersgöns zum ersten Mal in diesem Spiel in Führung brachte. „Im letzten Drittel war eine komplett andere Mannschaft auf dem Feld. Die mentale Stärke ist zurückgekommen“, sagt der Topscorer nach der Partie. Hautzel selbst legte noch den Treffer zum 7:5-Endstand nach, als die Dümptener ihren Torhüter gegen einen Extra-Angreifer getauscht hatten.
Durch den hart erkämpften Sieg klettert Ebersgöns zum ersten Mal in dieser Saison auf den zweiten Rang und somit auf einen Playoff-Platz. An der Spitze der Tabelle geht es extrem eng zu: Tabellenführer Lilienthal hat nur einen Punkt Vorsprung auf Ebersgöns, der TSV wiederum liegt nur einen Punkt vor den Baltic Storms. Und auch der Tabellenvierte aus Frankfurt kann noch in das Rennen eingreifen.
Für die Tollwut spielten:
Lian Rau (1 Tor/2 Assist/0 Strafminuten), Leon Bink (0/0/0), Martin Meyer (0/0/0), Lasse Kröll (0/1/0), Marius Herrmann (1/1/0), Elian Memedi (0/0/0), Claudius Götz (0/1/0), Johan Gallwitz (0/0/0), Florian Beppler-Alt (1/1/0), Jonas Linke (1/0/0), Noah Kolodziej (0/0/0), Leon Geib (0/0/0), Wilhelm Müller (0/0/2), Anton Hautzel (3/2/0), Yannis Röhrig (T), Finn Rau (T)
Ergebnisse 2. Liga Nord/West
ETV Piranhhas Hamburg II – SSF Dragons Bonn II 6:5 n.V.
Frankfurt Falcons – Hannover 96 22:7
Lilienthaler Wölfe – Baltic Storms 9:4
TV Eiche Horn Bremen – BSV Roxel 13:6
ETV Piranhhas Hamburg II – BSV Roxel 9:5
